Die Debatte über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche wird derzeit intensiv geführt. Ein im Mai veröffentlichter Policy Brief des bidt liefert dazu repräsentative Befragungsdaten und zeigt, wie Menschen in Deutschland ein solches Verbot bewerten. Damit bringt das bidt empirische Evidenz in eine Diskussion ein, in der Fragen des Jugendschutzes, der digitalen Teilhabe und der Verantwortung von Plattformen eng miteinander verwoben sind. Der Policy Brief wurde im Rahmen eines Panels auf der re:publica 2026 vorgestellt und anschließend von zahlreichen Medien aufgegriffen.
Das Thema hat in den vergangenen Monaten deutlich an Dynamik gewonnen. Ein wichtiger Bezugspunkt ist Australien, wo 2025 ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige beschlossen wurde. Andere Länder haben bereits nachgezogen; unter anderem plant Österreich ein Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Auch in Deutschland wird seither verstärkt darüber diskutiert, ob ähnliche Regelungen sinnvoll wären. Befürworterinnen und Befürworter sehen darin einen wichtigen Schritt, um junge Menschen vor negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und vor problematischen oder gefährdenden Inhalten zu schützen. Gleichzeitig wird kontrovers diskutiert, ob solche Verbote tatsächlich wirksam sind oder ob stattdessen Plattformen stärker reguliert und Medienkompetenz gezielter gefördert werden sollten. Vor diesem Hintergrund beschäftigen sich Wissenschaft, Politik und Gesellschaft intensiv mit der Frage, wie soziale Medien angemessen für junge Menschen gestaltet werden können.
Der bidt Policy Brief liefert für diese Diskussion eine aktuelle empirische Grundlage. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Zustimmung der Bevölkerung zu einem Verbot sozialer Medien für Kinder unter 14 Jahren. Zugleich wird sichtbar, dass viele Befragte die praktische Wirksamkeit eines solchen Verbots skeptisch sehen. Damit verweist die Studie auf eine zentrale Spannung der aktuellen Debatte: Der Wunsch nach Schutz und klarer Regulierung ist groß, einfache Lösungen werden jedoch nicht durchgängig als überzeugend wahrgenommen.
Vorgestellt wurden die Ergebnisse im Rahmen der re:publica 2026. Auf dem Panel „Das verbiete ich dir!!1!1! – Australiens Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige: erste Fakten statt Bauchgefühl“ diskutierte Dr. Roland A. Stürz, Leiter des bidt Think Tank, mit Dr. Josephine B. Schmitt vom Center for Advanced Internet Studies (CAIS) und Dr. Hannes-Vincent Krause vom Weizenbaum-Institut (WI). Dabei ging es nicht nur um die Ergebnisse des Policy Brief, sondern auch um wissenschaftliche Erkenntnisse aus Australien, mögliche Folgen für Deutschland und die Perspektiven junger Menschen.
Roland A. Stürz auf dem re:publica-Panel.
Die Veröffentlichung des Policy Brief stieß im Anschluss auf breite mediale Resonanz. Zahlreiche überregionale und regionale Medien griffen die Ergebnisse auf, darunter die dpa, die Süddeutsche Zeitung, FOCUS Online, netzpolitik.org, SZ Dossier und Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI. Die dpa-Meldung wurde von über 100 Medien aufgegriffen, unter anderem von ZEIT, Tagesspiegel, Handelsblatt und WELT.
Die Berichterstattung macht deutlich, wie groß das öffentliche Interesse an belastbaren Daten rund um den Fragenkomplex ist. Zugleich zeigt sie, welche Rolle wissenschaftliche Einordnung in digitalpolitischen Debatten spielen kann: Sie schafft eine evidenzbasierte Grundlage, um über Jugendschutz, digitale Teilhabe und Regulierung differenzierter diskutieren zu können.
Medienauswahl
Originäre Presse-Beiträge
Süddeutsche Zeitung
Das denken die Leute über Social-Media-Verbote
Focus Online
Mehrheit für Social-Media-Verbot, aber Zweifel an Wirkung
Beiträge mit Bezug auf die dpa-Meldung
Die Zeit
Mehrheit befürwortet Social-Media-Verbot für Kinder unter 14
Süddeutsche Zeitung
Mehrheit befürwortet Social-Media-Verbot für Kinder unter 14
Der Tagesspiegel
Mehrheit befürwortet Social-Media-Verbot für Kinder unter 14
Handelsblatt
Mehrheit befürwortet Social-Media-Verbot für Kinder unter 14
WELT
Mehrheit befürwortet Social-Media-Verbot für Kinder unter 14
Der Beitrag Policy Brief zum Social-Media-Verbot: Das bidt liefert Fakten für eine kontroverse Debatte erschien zuerst auf bidt DE.
