Neues Semester steht vor der Tür

Exakt 24.796 Studierende sind bis jetzt (Stand 8.10.2026) an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) für ein Studium eingeschrieben. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es kurz vor Beginn der Vorlesungen 25.295. Hauptgrund für den leichten Rückgang sind die Nachwirkungen des weitgehend fehlenden Abiturjahrgangs 2025 in Bayern.
Dass sich die Lage bereits wieder entspannt, zeigen die Zahlen bei den Erstsemestern. Bis jetzt haben sich 3.093 Studienanfängerinnen und -anfänger für das Wintersemester immatrikuliert. Ein Plus zum Vorjahr, als diese Zahl zu einem vergleichbaren Zeitpunkt bei 2.736 lag.
Die Zahl der Studierenden wird – wie in den Vorjahren – bis zum offiziellen Stichtag für die Feststellung der Studienanfängerzahlen am 1. Dezember weiter wachsen, sodass für das Studienjahr 2026/27 zusammen mit den 607 neuen Studierenden aus dem Sommersemester 2026 mit knapp 4.000 Studienanfängerinnen und -anfängern gerechnet wird.
Nach aktuellem Stand verfolgen 15.257 Studentinnen und 9.480 Studenten Vorlesungen und Seminare. 59 Studierende haben keine Angaben zum Geschlecht gemacht. Der Frauenanteil liegt somit bei 61,5 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert geblieben.
Bislang haben sich 3.371 ausländische Studierende eingeschrieben. Das entspricht einem Anteil an der Gesamtzahl der Studierenden von 13,6 Prozent – ein Plus von fast zwei Prozentpunkten.
Beliebte Fächer: Traditionell stark nachgefragt sind Jura, Wirtschaftswissenschaften, Medizin und die Lehramtsstudiengänge. Für ein Lehramtsstudium sind an der JMU aktuell 5.159 Studierende eingeschrieben – etwas weniger als vor einem Jahr.       
Neue Studiengänge am Start
Mit dem Wintersemester 2026/27 starten an der Universität Würzburg mehrere neue Studiengänge – allesamt Masterstudiengänge, von denen einige auch als Zusatzstudium belegbar sind.
Der Master Classics ergänzt den zum Wintersemester 2024/25 eingeführten gleichnamigen Bachelorstudiengang. Auch hier dreht sich weiterhin alles um die „klassische Antike“, also die Welt der Griechen und Römer. Nicht nur die Inhalte sind hier historisch, sondern auch der Studienort in der Residenz.
Mit Emerging Educational Technologies for Science Technology Engineering Mathematics STEM (EET4STEM) führt die JMU einen neuen Elitestudiengang ein. Gefördert durch das Elitenetzwerk Bayern bietet dieser hervorragende Studienbedingungen. Neben exzellenter fachlicher Betreuung werden auch ergänzende Inhalte angeboten. Lehramtsstudierende und Studierende aus informatikaffinen Fächern entwickeln hier digitale Bildungstechnologien für die MINT-Fächer und arbeiten an deren Transfer ins Schulsystem.
Praxisnah wird es auch bei Entrepreneurship & Innovation. Wie gründet man erfolgreich? Wie treibt man Innovation im Betrieb voran? Und was gilt es bei der Nachfolge im Unternehmen zu beachten? Dieses Wissen vermittelt der neue Master an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern aus der Gründerszene.
Traditionell steht in den Geisteswissenschaften der Mensch im Mittelpunkt. Im neuen Studiengang Environmental Humanities wird dieses Weltbild umgedreht. Die zentrale Frage: Wie wirkt sich menschliche Kultur auf andere Lebewesen und Ökosysteme aus? Zahlreiche Fachrichtungen beleuchten das Thema aus verschiedensten Blickwinkeln.
Unsere Welt wird immer schneller und chaotischer. Wie kann die Theologie in diesen Zeiten Orientierung bieten? Dieser Frage geht der englischsprachige Master Theology for a World in Transformation nach. Die Katholische Theologie tritt als (selbst)kritische Wissenschaft auf, ein theologisches Vorstudium im Bachelor ist nicht nötig.
Zwischen Enttäuschung und Stolz
Auch in der akademischen Welt liegen Niederlage und Erfolg oft nah beieinander. Am 2. Oktober ging die JMU im Rennen um den Titel Exzellenzuniversität leer aus. Nach der initialen Enttäuschung blickt die Universität nach vorne. Die im Bewerbungsprozess entwickelte Strategie „Empowering for Change“ soll weiterverfolgt, das Feedback der Begutachtung detailliert aufgearbeitet werden. Der Stolz auf die geleistete Arbeit überwiegt bei Präsident Paul Pauli, der auch weiterhin auf die tatkräftige Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung zählen kann.
Wie exzellent Wissenschaft aus Würzburg ist, zeigte der 5. Oktober eindrucksvoll: Der Nobelpreis für Medizin ging an den Würzburger Professor Georg Nagel. Für seine Forschung zur Optogenetik erhielt er gemeinsam mit Professor Peter Hegemann und Professor Karl Deisseroth den wichtigsten Preis der Wissenschaft. Für die JMU ist es der 15. Nobelpreis ihrer langen Geschichte. Es ist ein ganz besonderer, wirkte Nagel doch von 2004 an über zwanzig Jahre als Professor und Seniorprofessor in Würzburg.
Die Universität feiert Jubiläum
2027 steht an der JMU ganz im Zeichen des 625. Jubiläums ihrer Gründung im Jahr 1402. Den Startschuss liefert die Eröffnungsfeier am 14.02.2027 – dann wird auch das neue Museum für Universitätsgeschichte eröffnet. Unter dem Motto „Ideen, die die Welt bewegen. Seit 1402“ folgen über das Jahr verteilt zahlreiche Veranstaltungen.
Neues Corporate Design vorgestellt
Ein neues Logo, neue Farben und Schriften: Die JMU hat ihr visuelles Erscheinungsbild modernisiert. Damit will die Universität ihr Profil im Wettbewerb um Studierende, Forschende und Fördermittel stärken. Nach mehr als 20 Jahren wird das bisherige Logo in Klammerform abgelöst. Ersetzt wird es durch ein rundes Logo, inspiriert durch das erste Rektoratssiegel der Universität von 1410.
Vorausgegangen war der Entwicklung des neuen Erscheinungsbilds ein umfangreicher und partizipativer Markenstrategieprozess mit dem Ziel, das Profil und die Identität der Universität zu schärfen. Dieser brachte auch ein neues Motto hervor: „Wahrheit. Wissen. Wandel. Seit 1402“