Neues Forschungsinstitut: Zukunft der Digitalisierungsforschung

Wie sehr beeinflussen Algorithmen unser Verhalten und unser soziales Zusammenleben? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Demokratie und die öffentliche Meinungsbildung? Welche Bedingungen soll eine vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz erfüllen? Der digitale Wandel stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Auch Wissenschaft und Forschung müssen sich neu aufstellen.
Das CAIS hat das Konzept für ein neues ‚Institut für Digitalisierungsforschung‘ in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Dieses wird aktiv an der gesellschaftlichen und technologischen Gestaltung der digitalen Transformation mitwirken. Die Forschung wird sich auf die Potenziale und Herausforderungen der Digitalisierung für die Menschen konzentrieren.
Der Direktor des CAIS, Prof. Dr. Michael Baurmann, hob insbesondere die ganzheitliche Perspektive hervor: „Am Institut werden unterschiedliche Fächer verzahnt: von den Sozial- und Geisteswissenschaften bis zu den Technikwissenschaften. Durch diese interdisziplinäre Zusammenarbeit können neben den technischen auch die ethischen, rechtlichen, politischen, ökonomischen und sozialen Aspekte der Digitalisierung umfassend berücksichtigt werden. Dieser Rund-um-Blick ist in dieser Form einzigartig.“
Das CAIS wird durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen seit 2017 mit insgesamt rund 5,6 Millionen Euro gefördert. Die Pilotprojekte erhalten im Jahr 2020 eine besondere Unterstützung durch die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Armin Laschet hat auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung die Gründung des Instituts für Digitalisierungsforschung für 2021 angekündigt. Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei und für Medien zuständiger Staatssekretär, betont die Wichtigkeit des neuen Instituts: „Wir wollen den digitalen Wandel aktiv, vorausschauend und verantwortlich gestalten. Dazu müssen wir neben all den technologischen Herausforderungen den Fokus auch auf gesellschaftliche und ethische Fragen legen. Das CAIS nimmt sich bereits jetzt diesen Zukunftsfragen an und schafft die Verbindung zwischen Mensch und Maschine. Ziel der Landesregierung ist es, das CAIS zu einem Forschungsinstitut weiterzuentwickeln und zu einem Leuchtturm der Digitalisierungsforschung auszubauen.“
Der Trägerkreis des geplanten Instituts besteht aus der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, dem GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, dem RWI – Leibniz-Institut für irtschaftsforschung und dem Grimme Institut.
Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck: „Ich freue mich sehr darüber, dass die HHU ihre umfangreiche Expertise im Bereich der KI in das Konsortium einbringen kann.  Wir sind schon seit einiger Zeit sehr aktiv in der Digitalisierungsforschung und haben hierbei einen Schwerpunkt auch auf Fragen der KI ‚jenseits der Algorithmen‘ gelegt.“
Fünf Pilotprojekte und ein Forschungsinkubator
In Vorbereitung auf die Institutsgründung werden 2020 Pilotprojekte am CAIS durchgeführt:

  • Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz
  • Künstliche Intelligenz in Staat und Verwaltung
  • Künstliche Intelligenz als Gegenstand politischer Steuerung
  • Digitalisierung nachhaltigen Verhaltens
  • Open-Science-Strategien

Ein innovativer Forschungsinkubator fördert die Zusammenarbeit der Projekte und identifiziert gesellschaftlich relevante Themen.
Weitere Informationen zu den Forschungsprojekten unter www.cais.nrw/forschung.