Nach 2013 und 2015 wurde die Nacht der Wissenschaft zum nunmehr dritten Mal in Düsseldorf veranstaltet. Initiiert und organisiert wurde sie 2019 von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU), die auch den Großteil der Themen stellte. Sechs weitere Partnerinstitutionen waren inhaltlich beteiligt und boten eigene spannende Programmpunkte an: Deutsches Diabetes-Zentrum, Forschungszentrum Jülich, Hochschule Düsseldorf, Max-Planck Institut für Eisenforschung, Robert-Schumann Hochschule und die WHU – Otto Beisheim School of Management.
„Primäres Ziel der Veranstaltung war es, Düsseldorf einem breiten Publikum als herausragenden Forschungsstandort vorzustellen“, erklärt HHU-Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck. „Das ist geglückt: Wenn wir Tausende Wissbegierige anlocken und sie darüber informieren, wie Wissenschaft funktioniert, warum wir ihr vertrauen können und welch unterschiedliche Fachkompetenzen hier vorhanden sind, dann macht Wissensvermittlung Spaß – und das aufwändige Event unserer Stadt alle Ehre. Besonders beeindruckt bin ich davon, wie viele junge Menschen dabei waren und wie ernsthaft sie sich mit den anspruchsvollen Themen beschäftigt haben.“ Die Rektorin versprach: „Das machen wir wieder. Und bis dahin werden nicht noch mal vier Jahre vergehen!“
In rund 60 Formaten – Wissenschaftstalks, Experimente, Vorträge, Infostände – erklärten Forschende aus zahlreichen verschiedenen Disziplinen, woran sie zurzeit arbeiten, welche wissenschaftlichen Fragen sie versuchen zu beantworten und wo sie die aktuellen Herausforderungen in ihren Fachrichtungen sehen. Abgerundet wurde das Programm um Mitternacht mit einem unterhaltsamen, mitunter bissigen Science Slam. Selbst zu dieser vorgerückten Stunde war der Andrang so groß, dass der Vortragsraum im Haus der Universität bis auf den letzten Platz gefüllt war.
Thematisch zog sich der Klimawandel wie ein roter Faden durchs Programm. Forschende etwa aus der Biologie, Chemie, Medizin und den Rechtswissenschaften standen Rede und Antwort, diskutierten Auswirkungen und Gegenmaßnahmen. Nicht minder kontroverse Themen wie künstliche Intelligenz, Gentechnik oder gendergerechte Schreib- und Sprechweise fehlten ebensowenig wie die neusten Erkenntnisse aus der Evolutionsbiologie, der Digitalisierung und den Politikwissenschaften.
Einen besonderen Raum nahm auch die Hirnforschung für sich ein. An einem Stand des Forschungszentrums Jülich wurden Hirnströme nicht nur gemessen, sondern auch interpretiert. Die Uniklinik Düsseldorf hingegen bot „Hirnchirurgie zum Selbermachen“ an, allerdings wurden sicherheitshalber lediglich Kokosnüsse und Melonen aufgebohrt. Auch die Frage, wie Virtual Reality und Simulation unser Hirn zu täuschen oder zu stimulieren vermag, wurde an gleich mehreren Ständen erörtert, unter anderem mittels eines Segway-Simulators der Hochschule Düsseldorf.
Die Schirmherrschaft über die Nacht der Wissenschaft 2019 hatte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel inne. Wer die vielen Eindrücke des Abends noch einmal auffrischen möchte, kann online weiterhin das gesamte Programm abrufen: www.nachtderwissenschaft2019.de
