Wie Demokratien enden

Die Demokratie schien lange Zeit ein klares Erfolgsmodell zu sein. Anfang der 1990er Jahre hatten rückschauende Beobachter meist den Eindruck, das 20. Jahrhundert sei geprägt von Demokratisierungswellen. Und es gab damals kaum Zweifel daran, dass der Siegeszug der Demokratie über den Globus anhalten würde. Mittlerweile sind selbst die Optimisten etwas kleinlauter geworden. Die um 1990 eingeleiteten Demokratisierungsprozesse in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika haben allzu häufig mit Rückfällen in autoritäre Systeme geendet. Auch die Hoffnungen auf einen „arabischen Frühling“ wurden weitgehend enttäuscht.
In Asien zeigt die größte Nation der Erde, China, keine Anzeichen einer Demokratisierung. In den ältesten Demokratien in Europa und Nordamerika haben populistische Bewegungen, deren demokratische Ausrichtung zumindest zweifelhaft ist, breiten Zulauf erhalten. Tatsächlich ist das Scheitern von Demokratien ein häufiges Phänomen, für das Geschichte auch ein reiches Anschauungsmaterial bietet, und aus diesen Fehlern der Vergangenheit lässt sich für die Zukunft lernen.
Prof. Dr. Christoph Nonn ist Professor für Neueste Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und insbesondere für die Bereiche Antisemitismusforschung und nordrhein-westfälische Geschichte ein ausgewiesener Experte. Darüber hinaus fungierte er langjährig als Vorsitzender des Brauweiler Kreises für Landes- und Zeitgeschichte und ist Mitherausgeber der Zeitschrift Geschichte im Westen, der Düsseldorfer Schriften zur Landesgeschichte sowie der Kabinettsprotokolle der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen.( www.geschichte.hhu.de/lehrstuehle/neueste-geschichte.html)
Die Vortragsreihe „Forschung im Fokus“ ist ein gemeinsames Projekt von Heinrich-Heine-Universität, Volkshochschule, Evangelischer Stadtakademie und Heinrich-Heine-Institut. Die Einzelveranstaltungen finden einmal im Monat – immer Donnerstag – in zentraler Lage, im Haus der Universität, in Düsseldorf statt.
Termin: Donnerstag, 2. Mai 2019, Beginn: 19 Uhr Haus der Universität Schadowplatz 14 40212 Düsseldorf
Die Veranstaltung ist öffentlich, Interessierte sind herzlich willkommen: Eintritt 5 Euro, für Studierende frei.

Ausblick auf den nächsten Vortrag der Reihe 'Forschung im Fokus':
Donnerstag, 6. Juni 2019 Politikvermittlung zwischen Nachrichten und Unterhaltungsformaten Prof. Dr. Christiane Eilders Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft III