Rainer Maria Kardinal Woelki trifft Lehrende aller Düsseldorfer Hochschulen

Woelki bezeichnete in seiner Begrüßung die Digitalisierung als Kulturrevolution, die Licht und Schatten in sich berge und machte deutlich: „Die Arbeitswelt 4.0 fordert auch den Sozialstaat 4.0.“ Es dürfe nicht sein, dass Menschen durch die Digitalisierung auf der Strecke blieben und ihrer Würde beraubt würden.
Wie weit sich die Arbeitswelt und die politische Kommunikation in den letzten Jahren verändert haben, wurde in dem Vortrag des Medienwissenschaftlers Vowe deutlich. Er zeigte auf, wie durch die Digitalisierung das vertraute politische Gefüge zerbröselt. Immer speziellere, auf einzelne Kommunikationsgruppen zugeschnittene Angebote führten auch zu einem Verschwinden des gesellschaftlichen Zusammenhalts. „Es wird schwieriger, einen gemeinsamen Rahmen zu schaffen, wenn Entscheidungen immer schneller revidiert werden“, so Vowe. Er wies jedoch auch deutlich auf die durch die Digitalisierung ermöglichten nahezu unendlichen Chancen und Handlungsmöglichkeiten hin. „Es gibt immer mehr und immer unterschiedlichere Kommunikatoren“, so Vowe, der davor warnte, sich ausschließlich an den Eliten zu orientieren: „Ein Drittel der Bevölkerung interessiert sich nicht für Politik. Und trotzdem haben sie ein Recht auf politische Kommunikation und Mitwirkung.“ Die Frage nach der (notwendigen) Regulation beschäftigte das Publikum auch bei der sich anschließenden Diskussion noch: Regulierung ist einerseits  nur durch internationale Kooperationen möglich, scheitert aber oft an den unterschiedlichen normativen Vorstellungen. Verschiedentlich wurde deutlich, dass die bislang gekannten Volksparteien künftig nicht mehr einen politischen Zusammenhalt schaffen würden, es vielmehr neue Formen braucht, unterschiedliche  Gruppen in einer fragmentierten Welt einzubinden. Ebenso sei die extreme Beschleunigung der Kommunikation eine gesellschaftliche Herausforderung.
Der Erzbischof von Köln trifft auf Einladung von Hochschulpfarrer Jürgen Hünten und der Katholischen Hochschulgemeinde regelmäßig mit Lehrenden der Düsseldorfer Hochschulen zusammen, um sich über aktuelle Fragestellungen auszutauschen. So soll nach dem Wunsch des Erzbistums ein kontinuierliches Gespräch über die Disziplinen hinaus ermöglicht werden.