Die digitale Zukunft – Macht sie alle frei und glücklich oder manche nur überflüssig?

Dr. Benjamin Huppert und Laura Wackers vom Institut für Philosophie, Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Vowe, Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Jens Südekum sowie Alexander Langer, CEO des Innovationslabor schmiede.one gmbh & co. Kg, diskutierten die Frage, ob und wie eine gerechte Partizipation am technischen Fortschritt gelingen kann.
Dr. Benjamin Huppert und Laura Wackers hinterfragten den Begriff Lebensqualität und welche Faktoren zu einem gelungenen Leben beitragen. Die Digitalisierung schaffe grundsätzlich individuell wie auch gesellschaftlich viele Möglichkeiten der positiven Teilhabe –Zugang zu digitalisierten Prozessen sowie Medienkompetenz vorausgesetzt. Eine pauschale Antwort könne die Philosophie nicht geben, sie müsse sich intensiv mit einzelnen Aspekten der Digitalisierung (Chance-Risiko-Debatte) auseinandersetzen.
Deutliche Auswirkungen hat die digitale Vernetzung bereits auf die Möglichkeit, an politischen Prozessen mitzuwirken. Prof. Dr. Gerhard Vowe, Professor für Kommunikations- und Medienwissenschaft, vertrat die Ansicht, dass sich durch Online-Medien die Öffentlichkeit und damit die politische Kommunikation grundlegend gewandelt habe. Und der nächste Schub ist auch schon abzusehen. Allerdings erhöht die Technik nicht einfach nur unsere Mitsprachemöglichkeiten, sie geht auch mit einer Transformation der politischen Prozesse selbst einher.
Der technische Fortschritt verändert den Arbeitsmarkt durch die Automatisierung vieler Arbeitsschritte. Prof. Dr. Jens Südekum, Professor für internationale Volkswirtschaftslehre des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) untersuchte, ob die Digitalisierung demnächst eine große Massenarbeitslosigkeit zur Folge haben werde oder ob sie auch positive Auswirkungen haben werde, weil wir künftig weniger unangenehme und monotone Aufgaben erledigen müssen. Roboter sind keine Jobkiller, so Prof. Südekum, aber die Digitalisierung wird Probleme mit sich bringen, wie beispielweise eine stärkere Lohnungleichheit und steigende Marktmacht bei wenigen großen Firmen sowie Verluste in der Mitte.
Um das Thema abzurunden reflektierte Alexander Langer, CEO der Schmiede.one gmbh & co. KG, Düsseldorf, die Digitalisierung und die damit verbundenen ethischen Fragestellungen aus Sicht eines Unternehmens. schmiede.one ist das Innovations-Labor des bekannten „Hidden Champions“ GRIMME aus Damme in Niedersachsen. Sie schmiedet Startups und befasst sich mit neuen Geschäftsmodellen rund um die Themen Künstliche Intelligenz, Dienstleistungen, Landwirtschaft und Lebensmittel. Dabei stehen drei zentrale Fragen im Mittelpunkt seiner Arbeit: Welches Problem können / sollen Technologien lösen? Kennt ein Unternehmen den Wettbewerb und die Regeln von morgen? Wird hiervon etwas zur Gefahr für das Kerngeschäft?