Deutsche und französische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigten sich sehr interessiert an dem Ausbau der Beziehungen der Hochschulen untereinander. So wird in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften eine engere Kooperation mit der Universität Toulouse Capitole angestrebt, die Universität Straßburg plant die Unterzeichnung eines Memorandums of Understanding mit der Heinrich-Heine-Universität. Beide französischen Partner zeigten sich überzeugt, vielfältige Anknüpfungspunkte und weitere Kooperationsmöglichkeiten finden zu können. Für die externen Besucher wie Schülerinnen und Schüler aus Düsseldorf und Umgebung waren die Präsentationen der französischen Hochschulen eine gute Gelegenheit, sich über ein Studium bzw. einen Gastaufenthalt in Frankreich zu informieren. Gut besucht waren auch die vielfältigen Informationsstände wie auch das Speedmeeting, bei dem die Besucher sich mit Studierenden, die bereits ein Aufenthalt in Frankreich absolviert haben, austauschen konnten.
Bei der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Dr. Landry Charrier (Hochschulattaché Frankreich /NRW), Dr. Jochen Hellmann (Generalsekretär der Deutsch-Französischen Hochschule), Prof. Dr. Rainer Haas (UKD), Dr. Jörn Pütz (Vizepräsident für die deutsch-französischen Beziehungen der Universität Straßburg) und Prorektorin Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch die drei Themenfelder Sprache, Wissenschaft und Europa. Deutsche wie französische Wissenschaftler bedauerten das in beiden Staaten deutlich gesunkene Interesse, die Sprache des jeweils anderen Landes zu erlernen. Bei der Zusammenarbeit deutscher und französischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wiesen alle Seiten darauf hin, dass jede Kooperation derzeit durch die sehr unterschiedlichen Wissenschaftssysteme deutlich erschwert wird. Hier müsste für eine stärkere Durchlässigkeit gesorgt werden. Auch wenn es der „Frankreichtag der Heinrich-Heine-Universität“ war, hatten alle Beteiligten doch auch die europäische Perspektive im Blick. Man müsse immer auch europäisch denken und nicht binational, waren alle Teilnehmer des Podiums überzeugt, sahen aber auch jedes binationale Projekt als einen Baustein für das gemeinsame Projekt Europa. „Europa darf niemals sein, sondern muss immer werden“, fasste der Generalkonsul in Düsseldorf Vincent Muller zusammen.
