Die über 100.000 Euro teure neue OCT-Angiografie wird von der Uniklinik Düsseldorf unter anderem im Rahmen einer derzeit laufenden Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums eingesetzt. Die hochmoderne OCT-Angiographie ist eine Weiterentwicklung der Optischen Kohärenztomografie (OCT), die es mit Hilfe von Licht ermöglicht Gewebe darzustellen. Die OCT-Angiographie erstellt mit einer verbesserten Bildqualität und einer erhöhten Aufnahmegeschwindigkeit glasklare 3D-Darstellungen des Mikrogefäßsystems im Auge, insbesondere der Netzhaut- und Aderhautgefäße. Rund die Hälfte der Investition konnte durch die Spenden des Düsseldorfer Vereins zur Förderung der Augenheilkunde e.V. sowie der Erwin Niehaus-Stiftung abgedeckt werden.Dazu Prof. Rainer Guthoff, stellvertretender Direktor, Leiter Retinologie und Leiter Studienzentrum der UKD-Augenklinik: „Die OCT-Angio ist für uns äußerst wertvoll bei unserem Forschungsprojekt, bei dem diabetische Frühveränderungen der Netzhaut des Auges untersucht werden. Es gibt keine vergleichbare nicht-invasive Methode für unsere Arbeit.“Diabetesbedingte Netzhautschädigung: Eine der Hauptkomplikationen bei DiabetesDie diabetesbedingte Netzhautschädigung (diabetische Retinopathie) stellt eine der Hauptkomplikationen des Diabetes mellitus dar und ist in den Industrienationen die häufigste Ursache für die vermeidbare Erblindung bei Patienten im erwerbsfähigen Alter. Weltweit stellt sie die siebthäufigste Erblindungsursache überhaupt dar. Diabetologen gehen davon aus, dass die Zahl der Diabetiker in den nächsten Jahren sogar weiter zunehmen wird.Bei der Entstehung der diabetischen Retinopathie spielen Veränderungen der kleinen Netzhautgefäße durch chronisch erhöhten Blutzucker eine herausragende Rolle. Die Folgen sind Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhautmitte und Mangeldurchblutung der zentralen und äußeren Netzhaut. Als Folge der verringerten Durchblutung kann es zu krankhaftem Gefäßwachstum mit Einblutungen oder gar einer Netzhautablösung kommen. Dies kann im Verlauf der Erkrankung letztlich zu dauerhaften Sehbeeinträchtigungen oder Erblindung führen.Hintergrund German Diabetes Study:In der Deutschen Diabetes-Studie/German Diabetes Study (GDS) werden Personen mit neu diagnostiziertem Diabetes über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren beobachtet. Dabei wird untersucht, wie sich der Diabetes im Laufe der Zeit verändert und welche Faktoren für die Diabetes-Entstehung und die Entwicklung diabetischer Folgeerkrankungen verantwortlich sind. Ziel der Deutschen Diabetes-Studie ist es, den Einfluss einzelner Faktoren und deren Zusammenspiel zu erforschen, um neue Behandlungskonzepte zu entwickeln und gezielt einsetzen zu können.Bislang konnten frühe Durchblutungsstörungen der Netzhaut in der GDS-Studie nicht genau erfasst werden. Abhilfe könnte die neuartige OCT-Angio an der UKD-Augenklinik schaffen. Mit Hilfe des neuen Gerätes werden erstmals nicht-invasiv die empfindlichen Gefäße, die die Netzhautmitte (Makula) versorgen, im Frühstadium des Diabetes dargestellt. So lassen sich möglicherweise Veränderungen der kleinen Netzhautgefäße in einem Stadium der Erkrankung finden, in denen sich bei der üblichen Untersuchung des Augenhintergrundes keine Auffälligkeiten zeigen.Weitere Informationen finden sich unter https://deutsche-diabetes-studie.de/
