Ute Schmid erhält Communicator-Preis 2026

Die Jury des Communicator-Preises aus Kommunikationsexpertinnen und -experten würdigt die Wissenschaftlerin als langjährige und beständige Brückenbauerin zwischen Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Politik im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Die Jury hob hervor, dass Ute Schmid nicht erst seit dem breiten Anwendungsboom der letzten Jahre, sondern schon seit den 1990er-Jahren mit ihrem kommunikativen Engagement die Grundlagen für eine sachkundige Debatte und eine souveräne, reflektierte Nutzung von KI-Anwendungen gelegt hat.

Wissenschaftskommunikation als Teil wissenschaftlicher Verantwortung

Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Wissenschaftskommunikation ist für mich kein Zusatz zur Forschung, sondern ein zentraler Teil wissenschaftlicher Verantwortung – gerade bei einem Thema wie Künstlicher Intelligenz, das unser Leben, Lernen und Arbeiten in vielen Bereichen verändert.“ Sie ergänzt: „Mir ist wichtig, Menschen zu befähigen, KI-Systeme nicht nur zu nutzen, sondern sie auch in ihren Möglichkeiten und Grenzen zu verstehen. Nur auf dieser Grundlage können wir als Gesellschaft souverän entscheiden, wie wir Künstliche Intelligenz gestalten wollen.

Prof. Dr. Ute Schmid
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Neben der rein technologischen Perspektive auf Funktionsweise und Entwicklungspotenziale von KI gehe es Ute Schmid bei ihren Kommunikationsaktivitäten auch immer um die gesellschaftlich-kulturelle Perspektive, so die Jury. Diese nimmt die Frage in den Blick, welche Auswirkungen Entwicklung und Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf Individuen und Gesellschaften haben. Dabei folgten die Kommunikationsaktivitäten Schmids stets dem übergeordneten Ziel, Teilhabe zu ermöglichen und KI als eine gestaltbare gesellschaftliche Aufgabe zu begreifen. 

Diese Perspektive prägt auch ihre Arbeit am bidt: etwa im Projekt „Mensch-KI-Co-Creation von Programmcode bei unterschiedlichen Vorkenntnissen: Effekte auf Performanz und Vertrauen” (pAIrProg) und im Projekt „Ethische Implikationen hybrider Teams aus Mensch und KI-System” (Ethyde), in denen Fragen der Mensch-KI-Zusammenarbeit, der Erklärbarkeit und des angemessenen Vertrauens in KI-Systeme im Mittelpunkt stehen.

ZU DEN FORSCHUNGSPROJEKTEN

Mensch-KI-Co-Creation von Programmcode bei unterschiedlichen Vorkenntnissen: Effekte auf Performanz und Vertrauen (pAIrProg)


Ethische Implikationen hybrider Teams aus Mensch und KI-System (Ethyde)


KI verständlich machen – für Schule, Gesellschaft und Unternehmen

Die Jury unterstrich insbesondere die zielgruppenspezifische Formatvielfalt, mit der die Preisträgerin Erkenntnisse aus der Wissenschaft vermittle. Sie richte sich sowohl an Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler der Grundschule als auch an Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik, Wissenschaft, Gremien oder mittelständischen Unternehmen. 

So ermutige Schmid mit zahlreichen Fortbildungen für Lehrkräfte wie dem Online-Kurs „Data Literacy“ zu einer frühen Auseinandersetzung mit KI-Themen im Bildungsbereich. Beispielhaft hierfür steht etwa ein von Ute Schmid konzipiertes analoges Lernspiel für Grundschülerinnen und -schüler zum Thema „Maschinelles Lernen“, das von der Spielzeugfirma Haba professionell umgesetzt wurde. Mit dem Lehrbuch „Künstliche Intelligenz selber programmieren“ wendet sich Schmid an Jugendliche. In diesem wird neben einer altersgerechten Vermittlung von Konzepten und Methoden der KI Schritt für Schritt erklärt, wie KI-Algorithmen in der Programmiersprache Python umgesetzt werden können. 

Um die Chancen und Funktionsweisen von KI in kleinen und mittleren Unternehmen erlebbar zu machen, hat die Preisträgerin das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium geförderte KMU-KI-Erfahrungszentrum initiiert und Sensibilisierungs-Workshops entwickelt. Kernstück des Erfahrungszentrums ist eine mit einem Spezialanlagenbauer umgesetzte Produktionsanlage, die mit verschiedenen Robotern und Sensorik ausgestattet ist. Anhand dieser Anlage können vielfältige Möglichkeiten des maschinellen Lernens sowie von Mensch-Roboter-Kollaborationen anschaulich demonstriert werden. 

„Neben klassischen Medienauftritten, zahlreichen Vorträgen und populärwissenschaftlichen Publikationen adressiert Ute Schmid die nicht wissenschaftliche Zielgruppe passgenau in dialogisch konzipierten Workshops“, heißt es in der Begründung der Jury. Schmid leiste ferner notwendige Aufklärungsarbeit im Bereich KI-generierter Desinformationskampagnen oder zum Thema Vermenschlichung von KI.

Engagement in Politikberatung und öffentlichem Diskurs

„Das Ansinnen, den gesellschaftspolitischen Diskurs aktiv mitzugestalten, setzt Ute Schmid im Bereich der Politikberatung mit beeindruckendem Engagement um“, so die Jury. Die bidt-Direktorin bringt ihre Expertise unter anderem in den Deutschen Ethikrat, die Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ des Deutschen Bundestages, in den Bayerischen KI-Rat, in die Plattform Lernende Systeme sowie in zahlreiche weitere wissenschaftliche Beiräte und Gremien ein. Als Sachverständige und Impulsgeberin setzt sie sich dafür ein, dass öffentliche Debatten über KI faktenbasiert geführt werden und Chancen wie Risiken realistisch eingeschätzt werden können.

Über den Communicator-Preis

Der Communicator-Preis wird seit dem Jahr 2000 von der DFG und dem Stifterverband vergeben. Ausgezeichnet werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre Forschung in besonders kreativ sind, innovative, auch mutige Wege gehen und ihre Zielgruppen auf geeignete und wirksame Weise ansprechen. Sie sollen zudem die gesellschaftliche Dimension ihrer Forschung erkennen und ihr Wissen in öffentliche Debatten, Meinungsbildungsprozesse und Entscheidungen einbringen. Das Preisgeld soll die Ausgezeichneten in ihrem Engagement unterstützen und auch die Umsetzung neuer Projekte ermöglichen. Die Jury wählte die diesjährige Preisträgerin in einem mehrstufigen Auswahlprozess aus 70 Bewerbungen und Vorschlägen aus. Die Preisvergabe Ende Juni erfolgt durch DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker und Dr. Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbandes.

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