Univ.-Prof. Dr. Dankward Schmid verstorben (1937-2019)

Dankward Schmid wurde am 1. März 1937 in Berlin geboren. Er studierte Physik an der Universität Stuttgart und an der Universität München. 1962 erhielt er sein Diplom und wurde 1966 wurde er von Prof. Dr. H.-C. Wolf über das Thema „Der g-Faktor von F-Zentren in Alkalihalogenid-Kristallen“ promoviert. In der Zeit von 1967 bis 1969 trug Schmid als Research Associate von Prof. Dr. Charles P. Slichter an der University of Illinois (USA) maßgeblich zur Entwicklung einer hoch sensitiven Messmethode, der Kern-Kern-Doppelresonanz-Spektroskopie, bei. Diese Arbeiten bildeten gleichzeitig die Grundlage für seine Habilitation, die er der Weiterentwicklung der Kern-Kern-Doppelresonanz-Methoden für den Einsatz in der Festkörperphysik widmete. 1974 wurde er im Fach Physik habilitiert und 1975 zum C3-Professor im 3. Physikalischen Institut an der Universität Stuttgart ernannt. 1979 berief ihn die Universität Düsseldorf auf den für ihn neu gegründeten Lehrstuhl für Festkörperspektroskopie.
Wissenschaftlich betätigte sich Prof. Schmid in Düsseldorf mit der Erzeugung von kohärenten Strahlungsphänomenen und dem Aufbau des Distributed Feedback Laser in dotierten Alkalihalogenid-Einkristallen, sowie dem experimentellen Nachweis und der theoretischen Beschreibung des kohärenten Singulett-Exzitonen-Transports in dotierten NaNO2-, Naphthalin-, Anthracen- und p-Terphenyl-Einkristallen. Weitere Forschungsschwerpunkte bestanden in der ultraschnellen Detektion der Transportdynamiken von Singulett-Exzitonen in halbleitenden Polymerfilmen und der Kinetik von photochromen elektrozyklischen Reaktionen und photochromen Protonen-Transfer-Reaktionen in flüssiger und fester Phase. Letzteres diente der Entwicklung von schnellen optischen Schaltern. Die eingesetzten experimentellen Methoden (zum Beispiel Kristallzucht) wurden am Lehrstuhl entwickelt und aufgebaut. 
Dankward Schmid prägte die Lehre und Forschung in Düsseldorf in nachhaltiger Weise. Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, der er unter anderem zeitweise als Dekan vorstand, verdankt ihm sehr viel, da er sich mit großem Einsatz in vielen Kommissionen der universitären Selbstverwaltung engagierte. Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät und der Fachbereich Physik verlieren mit Dankward Schmid einen hervorragenden akademischen Lehrer, inspirierenden Forscher und großartigen Menschen.