Der, die, das? Genitiv? Dativ? Was war das noch gleich? Die Schulschließung hat durch Covid 19 das gesamte Bildungssystem durcheinandergebracht. Doch Homeschooling hat bei Kindern und Jugendlichen mit Flucht-und Migrationsbiografie enorme Lernrückstände herbeigeführt. „Die Eltern können teilweise kein Deutsch, teilweise sind die Kinder unbegleitet in Deutschland und es fehlt an den technischen Mitteln, dem digitalen Unterricht zu folgen“, berichtet Seminarleiterin Daniela Ebers. Neben dem verpassten Unterricht stellt aber auch die soziale Isolation ein großes Problem bei der Integration dar. Die Kinder können sich kaum mit anderen auf Deutsch unterhalten, es fehlt das Treffen und gemeinsame Aktivitäten mit Freunden und Klassenkameradinnen.
Das Projekt „Sommerferiencamp 2020“ sollte den Jugendlichen nach dieser schweren Zeit helfen: In den zweimal wöchentlich stattfindenden Lerneinheiten konnten die Jugendlichen ihre verstaubten Deutschkenntnisse auffrischen und weiter verbessern. Bei gemeinsamen Ausflügen in den Zoo Duisburg, beim Tretboot fahren und im Moviepark erholten sich die Jugendlichen vom Unterricht und erlebten mit anderen Sprachlernern die Stadt und die Kultur Düsseldorfs – ob von der Rhein-Kniebrücke aus oder auf dem Rücken eines Pferdes. Studierende aus dem Projektseminar „Flucht, Asyl und Integration“, unter der Leitung von Danielle Ebers, unterstützen und betreuen das Sommerferien-Programm. Auch für die Studierenden der HHU eine neue Erfahrung: Durch die Engagement in den Semesterferien lernten sie selbst die Stadt aus einer neuen Perspektive kennen.
