Rennen um den Exzellenztitel: internationale Gutachtende in Würzburg

Die zweitägige Begehung am 15. und 16. April war für die Universität Würzburg der letzte entscheidende Schritt im Wettbewerb um den Titel „Exzellenzuniversität“. Vergeben wird er im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern – und ist im Erfolgsfall verbunden mit einer Förderung in dreistelliger Millionenhöhe über sieben Jahre. Ob die Würzburgerinnen und Würzburger erfolgreich waren, entscheidet sich Anfang Oktober 2026.
Bereits im November 2025 hatte die JMU ihren rund 230 Seiten starken Antrag beim Wissenschaftsrat eingereicht. Darin beschreibt die Universität ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte, strategischen Ziele und geplanten Maßnahmen, mit denen sie Exzellenz in Forschung und Lehre in Würzburg weiter stärken will. Während der Antrag die konzeptionelle Grundlage der Exzellenzbewerbung bildet, ging es bei der Begehung nun darum, diese Strategie auch in der Praxis vor Ort zu überprüfen.
Internationale Gutachtende im Austausch mit der Universität
Das internationale Expertengremium setzte sich zusammen aus Forschenden internationaler Eliteuniversitäten sowie aus Vertreterinnen und Vertretern des Wissenschaftsrats und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Im Mittelpunkt der Begehung stand die Frage, wie die im Antrag formulierten Ziele im universitären Alltag umgesetzt werden. Ebenso prüften die Gutachtenden die Qualität der Forschungseinrichtungen in Würzburg und in welchem Maß unterschiedliche Statusgruppen in Entscheidungsprozesse eingebunden sind.
Nach einer einführenden Gesamtpräsentation des Antrags durch die Universitätsleitung folgten eng getaktete Gespräche mit verschiedenen Gruppen der Universität: mit Forschenden, Studierenden, Gremien und Instituten sowie mit nationalen und internationalen Kooperationspartnerinnen und -partnern. Den Abschluss bildete ein Austausch mit der Universitätsleitung, Vertretern des Universitätsrates und dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, an dem unter anderem Staatsminister Markus Blume teilnahm.
Positives Fazit der Universitätsleitung
„An der Vorbereitung und Durchführung der Begutachtung waren Hunderte Universitätsmitglieder beteiligt“, sagt Universitätspräsident Paul Pauli. „Das war wirklich ein großer Kraftakt, der nur durch die Unterstützung aller Universitätsmitglieder geleistet werden konnte.“ Doch die harte Arbeit hat sich gelohnt: „Wir sind überzeugt, dass wir einen starken Gesamteindruck vermitteln konnten und deutlich gemacht haben, was unsere Julius-Maximilians-Universität auszeichnet“, so Pauli weiter. „Exzellenz in Forschung und Lehre, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie der Anspruch, gesellschaftlichen Wandel durch Forschung und Studium aktiv mitzugestalten.“
Mit Blick auf die anstehende Entscheidung zeigt sich der Universitätspräsident zuversichtlich: „Ich glaube, dass wir gute Chancen haben, den Exzellenztitel nach Würzburg zu holen. Unabhängig vom Ausgang gilt jedoch: Wir wollen den Würzburger Exzellenzspirit bewahren und weitertragen – als Grundlage für alles, was vor uns liegt.“
Wie es im Exzellenzwettbewerb weitergeht
In den kommenden Monaten werden weitere Universitäten und Universitätsverbünde in ganz Deutschland begutachtet. Insgesamt gibt es elf Anträge auf den Status als Exzellenzuniversität – davon werden maximal fünf neu bewilligt. Diese kommen dann zu den derzeit zehn bestehenden Exzellenzuniversitäten inklusive einem Exzellenzverbund hinzu.
Die beiden Münchner Universitäten LMU und TUM haben ihren Exzellenzstatus bereits erfolgreich verteidigt. Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg ist die einzige bayerische Universität, die den Exzellenzstatus noch bekommen kann. Die Entscheidung über die Vergabe fällt Anfang Oktober 2026. Im Erfolgsfall würde die Förderung im Jahr 2027 beginnen.