Neue Ausstellung zeigt Würzburger Nobelpreisträger und ihre Forschung

Röntgen war der erste von insgesamt 14 Wissenschaftlern, die an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) geforscht oder gelehrt haben und mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden. Ihre Leistungen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Ausgezeichnet! 14 Würzburger Nobelpreisträger – geniale Köpfe, die die Welt veränderten“, die 2026 an mehreren öffentlich zugänglichen Orten in Würzburg zu sehen ist.
„Wir würdigen mit dieser Ausstellung eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte“, so Universitätspräsident Paul Pauli bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag. „Sie steht stellvertretend für die exzellente Forschung an unserer Universität, für wissenschaftliche Neugier und für den Mut, neue Denkansätze zu wagen.“ Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig schloss an: „Möge diese Ausstellung viele Menschen inspirieren. Und wer weiß: Vielleicht studiert oder forscht ja gerade eine Person an dieser Universität, die schon bald als 15. Nobelpreisträger oder -trägerin aus Würzburg ausgezeichnet wird? Das Potenzial dazu haben wir in Würzburg allemal.“
Wissenschaftliche Durchbrüche, die bis heute nachwirken
Die Ausstellung umfasst zwölf allgemeinverständliche Informationstafeln. Sie stellen die zentralen Entdeckungen der Würzburger Nobelpreisträger kompakt dar und zeigen, wie ihre Forschung bis heute nachwirkt – in der Medizin, in den Technik- und Naturwissenschaften und im Alltag. Neben Röntgen porträtiert die Ausstellung unter anderem den weltbekannten Chemiker Svante Arrhenius, der wichtige Grundlagen der modernen Elektrochemie legte, und den Mediziner Harald zur Hausen, dessen Forschung zu Humanen Papillomviren (HPV) den Weg für die Entwicklung einer Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ebnete.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Einordnung der Nobelpreisgeschichte und dem Blick auf exzellente Forschung an der Universität Würzburg früher und heute. Zugleich greift sie die Rolle von Frauen in der Forschung auf und thematisiert die Frage, warum sich bislang nur Männer unter den Preisträgern aus Würzburg befinden. Entwickelt wurde die Ausstellung von der Pressestelle der Universität zusammen mit dem Universitätsarchiv.
Wissenschaft und Gesellschaft zusammenbringen
Die Ausstellung ist im Laufe des Jahres 2026 an mehreren Standorten in der Stadt zu sehen und kostenfrei: Im Januar und Februar kann sie im Lichthof der Neuen Universität am Sanderring 2 besichtig werden, vom 16. März bis zum 10. April im Mozartareal der Stadt Würzburg, vom 13. April bis zum 7. Mai im Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude Z6 am Campus Hubland Süd und vom 15. bis zum 26. Juni im Foyer des Rudolf-Virchow-Zentrums am Campus Grombühl. Weitere Stationen sind vorgesehen und werden auf der Website der Universität Würzburg veröffentlicht.
Ausstellung im Zuge der Exzellenzbewerbung
Mit der Ausstellung verbindet die Universität Würzburg nicht nur den Blick auf ihre Geschichte, sondern auch auf ihre zukünftige Entwicklung. Aktuell befindet sich die JMU in der finalen Phase eines der härtesten wissenschaftlichen Wettbewerbe Deutschlands, der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern. Das Ziel: eine Förderung als „Exzellenzuniversität“, verbunden mit einer Millionensumme über mehrere Jahre.
„Ich freue mich sehr, dass die Nobelpreisträger-Ausstellung den Auftakt für dieses wichtige Jahr bildet“, so Pauli. „Sie zeigt, dass exzellente Forschung in Würzburg Tradition hat und zugleich Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit der Zukunft ist.“
„Würzburg hat längst bewiesen, dass es exzellent ist – das zeigen nicht nur die 14 Nobelpreise der Vergangenheit“, bekräftigte Heilig. „Die Ambition der JMU, in den Kreis der absoluten Spitzenunis vorzustoßen, ist nicht nur gut für die Wissenschaft. Sie ist auch ein Motor für die gesamte Region.“
Zum Hintergrund: Im November 2025 hatte die Universität den Antrag auf einer Förderung als Exzellenzuniversität eingereicht. Vorausgegangen war eine Förderzusage der Deutschen Forschungsgemeinschaft für zwei Forschungsverbünde zur Quantenphysik und zur Nukleinsäure-Forschung  (wir berichteten) – die Voraussetzung für eine Bewerbung als Exzellenzuniversität. Der nächste und entscheidende Schritt im Wettbewerb ist nun eine Vor-Ort-Begehung durch ein internationales Gutachtergremium Mitte April.
Kontakt
Dr. Esther Knemeyer, Pressesprecherin der Universität Würzburg, Tel. +49 931 31-86002, presse@uni-wuerzburg.de