Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und DFG-Generalsekretärin Prof. Dorothee Dzwonnek überreichten die wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland im Rahmen einer festlichen Verleihung in der Hörsaalruine der Charité.
„Frau Nowacks Forschungsergebnisse werden in sehr hoch angesehenen Journalen veröffentlicht und stoßen auf ein begeistertes, internationales Interesse. Es ist äußerst erfreulich, dass wir Frau Dr. Nowack nicht nur in Anerkennung für ihre kluge Zielstrebigkeit und herausragende persönliche Leistungen, sondern auch für das große Potenzial, das die Gutachterinnen, die Gutachter und die Kommission für ihre Zukunft erkennen, mit dem Heinz Maier-Leibnitz Preis auszeichnen können“, so ein Auszug aus der Laudatio.
Seit 2014 leitet Eva C. M. Nowack eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe zu „Frühen Schritten in der Evolution eines Organells“. Sie untersucht, wie sich Pflanzenzellen zu ihrer heutigen Form entwickelt haben und dabei Gemeinschaften mit anderen Zellen eingegangen sind. Mit ihren Arbeiten hat Nowack wesentlich zu einem besseren Verständnis der Organellentstehung beigetragen.
Bereits seit ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit der Entstehung von Zellorganellen aus prokaryotischen Vorläufern über Endosymbiose. Bekannt ist ein solcher Entstehungsweg für die Mitochondrien sowie für die Plastiden von Algen und höheren Pflanzen. Lange wurde für diese beiden Organellen jeweils ein einzelnes, ein bis zwei Milliarden Jahre zurückliegendes Ursprungsereignis angenommen. Nowack gelang es, eine evolutionär sehr viel jüngere Plastidenentstehung nachzuweisen. Sie konnte zeigen, dass das für die Fotosynthese wichtige Organell der Amöbe Paulinella chromatophora vor etwa 100 Millionen Jahren neu entstanden ist. Inzwischen forscht Eva Nowack nach weiteren Organismen mit „evolutionär jungen“ Organellen.
Weitere Informationen zum Heinz Maier-Leibnitz-Preis auf der Homepage der DFG.
