Entlastungsverhandlungen: Transparenz zum Verhandlungsstand mit Verdi

Wie bereits am Mittwoch während der Verhandlungen angekündigt, wurden am Freitag die Sollbesetzungszahlen und die konkrete Verfahrensanweisung für ein Ausfallmanagement an Verdi durch die beiden Kliniken übersandt. Damit ist eine Rückkehr auf die Sachebene der Verhandlungen durchaus möglich.Ekkehard Zimmer, Kaufmännischer Direktor und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des UKD, ist enttäuscht über die aktuelle Kehrtwende der Gewerkschaft: „In vielen Punkten gab es Zustimmung zu Passagen analog zur Baden-Württemberger Vereinbarung sowie deutliche Annäherungen in kritischen Punkten. Das gilt auch für den Personalaufbau, den auch der Vorstand durchaus unterstützt. In Baden-Württemberg wurden für vier Standorte insgesamt 120 Pflegekräfte vereinbart, für Düsseldorf und Essen werden je 200 Pflegekräfte seitens der Gewerkschaft gefordert. Dies zeigt auch die unterschiedlichen Ansätze, die wir nicht nachvollziehen können.“Prof. Dr. Benedikt Pannen, stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKD: „Das Ziel bleibt eine verbindliche und umsetzbare Vereinbarung, die unsere Beschäftigten weiter konkret entlastet, und dieses Ziel ist für uns in greifbarer Nähe. Wenn der Streik nun fortgesetzt wird, werden wieder viele Patientinnen und Patienten darunter leiden.“Torsten Rantzsch, Pflegedirektor und Vorstandsmitglied des UKD: „Selbst bei so wichtigen Punkten wie Verfahren zur Personalbemessung oder beim Ausfallmanagement waren wir uns größtenteils einig. Die Verfahren zur Personalbemessung könnten direkt gestartet werden. Auch der weitere Personalaufbau wäre jetzt Gegenstand der Verhandlungen gewesen. Diese große Chance wird nun leider weiter verzögert, obwohl es einen klaren Rahmen für die Verhandlungen gab.“Das UKD ist weiterhin jederzeit zu weiteren Verhandlungen bereit, wenn der Streik wieder ausgesetzt wird.Hintergrund: Auch in Baden-Württemberg war es um die Entlastung des Pflegepersonals gegangen. Die dortige Vereinbarung sieht ein konkretes Procedere zum kurzfristigen Ausgleich bei Personalausfällen und eine Einigung über zusätzliches Pflegepersonal vor. An den vier Unikliniken dort sollen insgesamt 120 zusätzliche Pflegekräfte eingestellt werden (zwischen 20 und 40 pro Standort). Zum Vergleich: Verdi hatte für die zwei Unikliniken in NRW jetzt 400 zusätzliche Stellen gefordert.